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Wikinger

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Wikinger Artikel

Wikinger (auch Normannen, Waräger oder Rus) waren seefahrende Krieger aus Skandinavien, die zwischen 517 und 1066 vornehmlich Küstengebiete und Inseln Europas plünderten und teilweise kolonisierten. Ihre Raubzüge führten sie jedoch auch flussaufwärts, weit in das Binnenland, z.B. nach Paris, und selbst über weite Landstrecken u.a. nach Kiew in Zentralrussland. Mittels archäologischer Funde und deren Auswertung ist mittlerweile belegt, dass sie Nordamerika erreichten und dort, immerhin für kürzere Zeit, siedelten. Der Begriff "Wikinger" leitet sich sehr wahrscheinlich von dem altnordischen Verb víkingr ab (Rauben, Plündern, auf Beutezug, Seeräuber). Auch wenn sie allgemein für Raub und Zerstörung bekannt sind, siedelten und handelten sie ebenso friedlich. Die Wikingerzeit genannt den jüngsten Teil der skandinavischen Eisenzeit.

Der germanische Wortstamm vik oder wik genannt Siedlungen und Meeresbuchten und war eine gebräuchliche Endung die "Handelsniederlassung" meinte, ähnlich wie burg "befestigter Ort" meinte. Sandwich und Harwich in England und besonders Reykjavík in Island zeigen noch stets diese Endung, ebenso die kürzlich ausgegrabene fränkische Hafenstadt Quentovic. Die Neigung der Wikinger zu dem Handel zeigt sich auch an Handelshäfen wie etwa Haithabu (nahe dem heutigen Schleswig), das zu dem kulturellen Austausch zwischen Skandinaviern, Slawen, Sachsen und Franken beitrug, bis es schließlich 1055 in einer Schlacht zwischen Harald Hardraada und Sweyn II. zerstört und 1066 von den Westslawen endgültig dem Erdboden gleichgemacht wurde. Andere wikingische Handelszentren für den Handel mit dem Baltikum und Osteuropa waren das schwedische Birka und die Insel Gotland. Eine der wichtigsten zeitgenössischen Quellen ist die Geschichte des Erzbistums Hamburg von Adam von Bremen, anno 1076, in der erstmals die Entdeckung Amerikas (Vinland genannt) durch die Wikinger schriftlich erwähnt wird.

Der erste schriftlich bezeugte Wikingerüberfall wird von Gregor von Tours in seiner Historia Francorum beschrieben: In dem Jahr 517 überfiel der dänische König Chlochilaichum mit einer Flotte Gallien. Er verwüstete und beraubte das Gebiet des austrasischen Frankenkönigs Theoderich I. und nahm etliche Gefangene. Die Flotte stach in See, der König blieb jedoch am Strand und musste auf die Flut warten. So konnte Theudoricus Sohn Theudobertus, der mit einem starken Heer und Flotte anrückte, den König töten, die Dänen in einem Seegefecht besiegen und die Beute wieder zurückholen.

Der zweite Bericht eines Überfalls stammt aus dem Jahr 793, als das Kloster Lindisfarne in dem Nordosten Englands von fremden Seefahrern geplündert wurde. Für die nächsten 200 Jahre ist die Europäische Geschichte voll mit Berichten über die Plünderungen der Wikinger. Die Wikinger eroberten den größten Teil Irlands und große Teile Englands, befuhren die Flüsse Frankreichs und Spaniens und erlangten die Kontrolle über Gebiete in Russland, Finnland, dem Baltikum und Sizilien. Berichte erzählen von Überfällen in dem Mittelmeer und sogar in dem Kaspischen Meer.

Inhaltsverzeichnis
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Die dänischen Wikinger

Die Dänen segelten südlich nach Friesland, Frankreich und in das südliche England. Knut der Große war König über Dänemark, als es seine größte Ausdehnung erreicht hatte. Es reichte vom Norwegen bis Schleswig und zwischen 1013-1016 war er zugleich König von England.
Den Grundstein für dieses Großreich hatte bereits sein Vater, Sven Gabelbart, und sein Großvater, Harald Blauzahn, gelegt.

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Die norwegischen Wikinger

Die Norweger segelten nach Nordwesten und Westen zu den Färöern, Shetlands, Orkneys nach Irland, Island und Nordengland. Bis auf Irland und Großbritannien fanden sie unbewohnte Gebiete vor und siedelten dort. Erik der Rote musste Island verlassen. Dabei segelte er Richtung Westen, wo er nach einer langen und beschwerlichen Seefahrt Grönland vorfand. Etwa um 1000 wurde Nordamerika von Leif Eriksson, Sohn Eriks dem Roten, von Grönland aus entdeckt, der es Vinland nannte. Eine kleine Siedlung wurde auf der nördlichen Halbinsel von Neufundland bei L'Anse aux Meadows angelegt, aber die Ureinwohner und das kalte Klima führten innerhalb einiger Jahre zu ihrem Ende. Die archäologischen Überreste sind nun UNESCO-Weltkulturerbe.

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Die schwedischen Wikinger

Die Schweden richteten ihren Blick eher nach Osten. Schon in der Vendelzeit bestand ein intensiver Austausch mit Osteuropa, wovon unter anderem die Übernahme von Helmarten wie dem Spangenhelm und Nasalhelm oder dem später für die Wikinger so charakteristisch werdenden Brillenhelm zeugen, die sämtlich auf steppennomadische und byzantinische Vorbilder zurückgehen.
Die schwedischen Wikinger nutzten das weitverzweigte Flusssystem um sich in Osteuropa fortzubewegen. So kamen sie bis in das Schwarze Meer und nach Konstantinopel und schließlich nach Bagdad, um Handel zu treiben. Mit den in dem heutigen Russische Förderation ansässigen Ostslawen tauschten sie Güter wie Honig, Wachs, Bernstein, Felle, Waffen und Sklaven, und verkauften sie in Byzanz und Bagdad für Silber, Seide, Brokat, Gewürze, Helme und Rüstungen. Die Finnen und Slawen nannten die Skandinavier 'Rus' oder 'Warjagi' (Waräger), von den Byzantinern wurden sie 'Rhos' und 'Waragoi' genannt, und die Araber genannten sie als 'Al-Madjus', 'Ruser' oder auch 'Saqaliba'.
Diese wikingischen Händler-Abenteurer kooperierten mit den Slawen, häufig schwangen sich die kampferfahrenen Skandinavier zu lokalen Stammesfürsten auf. Ab und zu kam es aber auch zu bewaffneten Auseinandersetzungen. So heißt es in der Nestorchronik, die Slawen hätten die Waräger über das Meer verjagt, sie dann später wieder gerufen um die Ordnung wiederherzustellen und über sie zu herrschen. Sie erwählten Rurik zu ihrem Fürsten. Viele Schweden ließen sich auf Dauer in Russland nieder. Von diesen 'Rus' hat Russische Förderation seinen Namen (siehe Kiewer Rus).
Zusammen mit den Slawen überfielen die Rus ab 860 mit ihren Schiffen stets wieder Konstantinopel, so dass sie bald in dem ganzen Byzantinischen Reich gefürchtet waren. Klug wie die Byzantiner waren, erkauften sie sich mit Handelsprivilegien den Frieden und die Freundschaft der Rus, und sicherten sich ihre Dienste in der kaiserlichen Warägergarde.

Buch-Tipp: Briefe und Aufzeichnungen. Lehreich und emotional! Das Buch ist auf jedem Fall informativ, gut geschrieben und sehr fesselnd. Ich würde es jedem empflehlen, der sich für das Thema interessiert. Die anderen Personen rücken schon etwas in den Hintergrund und werden als nicht so wichtig dargestellt. Dabei war Sophie Scholl nicht von Anfang an dabei! Gegründet wurde die Weiße...

Die Wikingerschiffe

Es werden zwei Arten von Schiffen unterschieden: Langschiffe und Handelsschiffe, so genannte Knorren. Neben der Möglichkeit von Fahrten über lange Entfernungen konnten die Schiffe auch in flachen Gewässern segeln, was den Wikingern erlaubte, entlang der Flüsse tiefer in das Landesinnere vorzudringen. Sie waren in Klinkerbauweise ausgeführt. Langschiffe waren die Kriegsschiffe der Wikinger. Sie ermöglichten sehr wirkungsvolle Überraschungsangriffe: Die Wikinger konnten mit ihnen schnell und unerwartet angreifen - sich aber ebenso schnell wieder zurückziehen, bevor ein Vergeltungsschlag organisiert werden konnte. Mit den Handelsschiffen, die breiter und hochbordiger als die Langsschiffe waren, brachen die Wikinger z. B. zu ihren Entdeckungsfahrten nach Grönland und zu dem Handelins heutige Russische Förderation auf.

Siehe auch: Geschichte des Wikingerschiffbaus

Buch-Tipp: Das Geheimnis der Hebamme. Spannend und fesselnd ! . . . als Fan historischer Romane muss ich sagen " spitze " ! Das Buch ist spannend von Anfang bis zu dem Ende . Man mag das Buch kaum aus der Hand legen.

Gründe für die Expansion

Den Grund für die Überfälle sehen einige in einer Überbevölkerung, die durch die technischen Fortschritte (wie etwa die Verwendung von Eisen) hervorgerufen wurde, wenngleich eine andere Ursache auch der Druck sein könnte, den die fränkische Expansion verursacht hat. Für Menschen, die an der Küste leben, scheint es normal zu sein, neues Land übers Meer zu suchen. Ein weiterer Grund ist, dass sich zu dieser Zeit einige europäische Länder (besonders England, Wales und Irland) in inneren Unruhen befanden und somit leichte Beute waren. Das Frankenreich jedoch hatte gut verteidigte Küsten und gut befestigte Häfen. Reine Abenteuerlust könnte ebenso eine Ursache gewesen sein.

Buch-Tipp: Der Online Shop - Handbuch für Existenzgründer Endlich was dazu gelernt! Meine Kumpels und ich haben uns vor ungefähr 2 Jahren zusammengetan und einen Onlineshop hochgezogen, wir haben wirklich ganz klein angefangen. Obwohl wir uns alle total reingehängt haben, kam die Sachen nicht wirklich so in das Rollen und nach einem halben Jahr wollten wir schon fast aufgeben. Mein Vater, ein erfolgreicher Gesachäftsmann,...

Literatur

Die nordische Mythologie und die altnordische Literatur berichten uns über ihre heidnische Religion und ihre kühnen Helden. Das bedeutendste Beispiel für die skandinavische Mythologie stellt wohl die Edda (Ältere Edda und Jüngere Edda) dar. In dieser Sammlung sind die verschiedensten Erzählungen der Wikinger zusammengefasst.
Allgemein war Thor der wichtigste Gott der Wikinger, regional hatte er sogar eine wichtigerere Position als Odin, der nordische Göttervater. Die Wikinger in dem Gebiet des heutigen Schwedens verehrten Freyr als einen ihrer wichtigsten Götter, er besaß daher sein Hauptheiligtum in dem heutigen Uppsala.

Buch-Tipp: Der weiße Reiter. gelungene Fortsetzung! Ich war überrascht, dass Cornwell es geschafft hat an den genialen Vorgänger anzuknüpfen. Während des Lesens merkt man wie einem der Hauptcharakter Uthred stets mehr duch seine unglaubliche Authentizität ans Herz wächst. "Der weiße Reiter" zählt ebenso wie sein Vorgänger "Das letzte Königreich" zu den besten historischen...

Ende der Wikinger

Wikinger Beschreibung
Wikinger Beschreibung
Das Wikinger-Erbe lebt in dem Bootsbau der Färöer fort

Nach Jahrzehnten des Ausplünderns wurde der Widerstand in Teilen Europas wirkungsvoller und die Christianisierung Skandinaviens führte zu einem milderen Verhalten. Außerdem etablierten sich die Königreiche Norwegen, Dänemark und später auch Schweden und man kann annehmen, dass ihre Könige friedlichere Verhältnisse schaffen wollten.

Buch-Tipp: Die Herren des Nordens Heil den tapferen Toten in Odins Reich. . . Alle 3 Romane um Uthred sind sehr gut gelungen und spannend zu lesen. Alle haben eine unglaublich dichte Atmosphäre. Das einzige was mich etwas stört ist, das Uthred noch so jung ist. Ein paar Jährchen mehr würden in besser zu Gesicht stehen. Nichtsdestotrotz liebe ich diese Bücher und freue mich...

Die Normandie

Um 911 bekamen der Wikinger Rollo und seine Leute die Normandie als Lehen in dem Vertrag von St.-Claire-sur-Epte vom französischen König Karl dem Einfältigen zugesprochen, nach dem sie das Seine-Gebiet rund um Paris verwüstet hatten. Sie sollten nun Frankreich vor weiteren Überfallen durch Wikinger schützen.
Aufgrund ihrer Herkunft wurden sie Nordmänner oder Normannen genannt; so erhielt auch die Normandie ihren Namen. Die Normannen nahmen die französische Sprache an und entwickelten in dem Kontakt mit der einheimischen Bevölkerung eine neue kulturelle Identität. Zur weiteren Geschichte, insbesondere zur Eroberung Englands 1066 durch den normannischen Herzog Wilhelm der Eroberer und zur Ausbreitung der Normannen bis nach Sizilien, siehe Normannen.

Buch-Tipp: Die Nacht der Raben FEUER UND EIS IM HÖCHSTEN NORDEN Die Kriminalgeschichte spielt in Shetland, der nördlichsten Inselgruppe Großbritanniens bestehend aus um die 100 Inseln und bevölkert von rund 24. Tausend Einwohnern. Es ist der Auftaktroman eines Zyklus bestehend aus 4 Romanen, die sich mit allen 4 Jahreszeiten auf den Shetlands beschäftigen. Dieser erste Band spielt...

"Andere" Wikinger

Der Begriff "Wikinger" ist auch unter Modelleisenbahn-Freunden bekannt : für die kleinen Automodelle in dem Maßstab 1 zu 87 H0 ("Ha-Null") als Zubehör zur Modellbahn.

Siehe: Wiking

Buch-Tipp: Die Spur der Hebamme. Langes Lesen ist Pflicht Hat mir einfach ca. gut gefallen. Sehr schön am Ende komprimierte Hintergrundinformationen über Zeit und Personen. In dem Vergleich zu dem ersten Teil hat Frau Ebert hier nicht nachgelassen. In der letzten Hälfte habe ich sogar bis 2 Uhr Nachts das Buch nicht aus der Hand legen können. Die Brutalität war mir zu dem Teil etwas...

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